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Hochbeet selber bauen - Bauanleitung & Materialliste

Hallo liebe Gartenfreunde, in diesem Erfahrungsbericht dreht sich alles um den Aufbau eines großen Hochbeetes, dass wir in unserem Garten angelegt haben. Wir bauen schon seit vielen Jahren unser Obst und Gemüse samt Kräutern selbst an und wollten, dass sich unsere Ernte zukünftig leichter bewerkstelligen lässt.

Bisher haben wir unser Gemüse auf einem relativ großen 8 x 2 m Flachbeet angebaut. Jeder, der schon einmal selbst etwas angebaut hat weiß, dass es auf Dauer recht mühsam werden kann, auf dem Boden herum zu krauchen um Gemüse und Kräuter zu ernten… aus diesem Grund haben wir uns entschieden, auf unser bisheriges Gemüse-Flachbeet, zwei große 2 x 2 Meter Hochbeete zu bauen.

Wie fängt man an und was braucht man?

Wie bei jedem Projekt, gibt es auch beim Bau eines Hochbeets mehrere Herangehensweisen, die für sich genommen sicher alle irgendwie funktionieren werden. Wir haben einige Zeit mit Recherchen zugebracht, bis wir eine für uns brauchbare Lösung gefunden hatten. Wir haben uns aus einer Vielzahl an Hochbeet-Anleitungen die für uns sinnvollsten Eckpunkte heraus gesucht und eine eigene Bauanleitung erstellt.

Ein zwei mal zwei Meter großes Hochbeet ist vermutlich aus Platzgründen nicht für jeden machbar, aber wir mussten den vorhandenen Platz so gut wie möglich nutzen. Die benötigten Materialien für ein 1 x 2 Meter Hochbeet lassen sich leicht aus unserer Materialliste ableiten. Die Herangehensweise ist dieselbe.

Was sind die Vorteile eines Hochbeets gegenüber einem Flachbeet?

  • Einen großen Vorteil des Hochbeet haben wir oben schon genannt, die Erreichbarkeit. Hochbeete haben in der Regel eine Höhe von 60 - 100 cm und sind rückenschonend im Stehen zu bearbeiten. So wird dir die Ernte enorm erleichtert.
  • Die Erde in einem Hochbeet wärmt im Frühjahr schneller durch. Dadurch kann man wesentlich schneller säen und pflanzen. Wenn man jetzt noch eine transparente Plane als Schutzabdeckung verwendet, kann man nahezu das ganze Jahr über ernten.
  • Beim Befüllen des Hochbeets kann man je nach Schicht, Gartenabfälle wie Baumschnitt, Rasenschnitt und andere Planzen- und Küchenreste sinnvoll „los werden“. Die Gartenabfälle zersetzen sich nach einiger Zeit und dienen der Erde somit als wichtiger und günstiger Nährstoff-Lieferant. Ein ebenfalls positiver Nebeneffekt ist die durch die Zersetzung entstehende Wärme im Hochbeet. Dadurch wird das Wachstum der Pflanzen positiv beeinflusst.

Zusammenfassung: Rückenfreundliches Arbeiten + mehr Ertrag pro Fläche + früher und länger anbauen und ernten.

Materialliste für ein 205 x 200 x 60 cm Hochbeet

  • 4 kesseldruckimprägnierte Vierkant-Pfosten min. 140 x 9 cm
  • 20 kesseldruckimprägnierte Bretter 200 x 2,5 x 12,0 cm (L x H x B)
  • 120 NIRO- o. verzinkte Senkkopf-Schrauben (Kreuz o. Torx) 0,5 x 6,0 cm
  • 16 NIRO- o. verzinkte Schrauben (Kreuz o. Torx) 0,4 x 1,6 cm
  • 8 Meter Noppenplane (Breite 60 cm)
  • 4 Quadratmeter Anti-Unkrautvlies o. Kaninchendraht (1,5 x 5 m)
  • 8 Mähkantensteine o. 8 verzinkte Pfostenhülsen (9 x 9 cm)
  • 8 verzinkte Pfostenkappen 9 x 9 cm
  • 100 Dachpappennägel
  • 5 Erdnägel
  • 10 m Edelstahl-Lochband auf der Rolle

Als Material sind Nadelhölzer wie Kiefer, Douglasie oder Lärche am besten geeignet. Die Kosten variieren je nach Angebot und verwendetem Material teils stark. Ein komplettes Hochbeet mit kesseldruckimprägniertem Kiefernholz dürfte zwischen 150 und 200 € kosten.

Werkzeuge

Hochbeet Bauanleitung

Pfosten mit einer Kappsäge zuschneiden

1. Pfosten zuschneiden

Schneide mit einer Kappsäge die "möglichst" kesseldruckimprägnierten Vierkantpfosten auf die gewünschte Länge. Solltest du keine eigene Säge haben, bieten die gängigen Baumärkte einen Zuschnitt-Service an. Unsere 140 cm langen Pfosten haben wir auf eine Länge von 70 cm gesägt. Insgesamt bekommt Ihr aus den 4 Pfosten, 8 verwertbare Abschnitte. Letztlich werden wir auf eine Arbeitshöhe von etwa 60 cm kommen. Die Balken haben wir etwas länger gelassen, um etwas Abstand zum Boden gewinnen zu können (Abtropfkante). Des Weiteren haben wir dadurch die Möglichkeit, mithilfe von Haken eine Abdeckplane o. Netz über die Beete zu spannen. Das bietet zusätzlichen Schutz vor "kleinen und großen" Räubern.

Experten-Tipp:
Kesseldruckimprägniertes Holz ist wiederstandfähiger gegen Schädlinge und Pilzbefall als unbehandeltes Holz. Es macht aber Sinn, zwischen Erde und Holz eine Plane oder Folie zu ziehen, da die Imprägnierung sonst in die Erde - und somit auch ins Gemüse gelangen kann.

Anzeichnen der Bohrungen

2. Bretter Anzeichen

Bretter „Lange Seite“ Anzeichnen: Als nächstes solltet Ihr die ersten zehn Bretter vorbereiten. Legt diese dazu am besten auf zwei Böcke oder eine ebene gepflasterte Fläche. Nehmt jetzt einen Zollstock und zeichnet bei 10 Brettern in einem Abstand von 4,5 cm zwei Bohrmarkierungen pro Seite an. Als Abstand von oben und unten sind 3 cm am besten. Damit es einheitlich aussieht, solltet Ihr bei allen zehn Brettern dasselbe Maß verwenden. Stichwort „Schraubenbild“. Jetzt fehlen nur noch zwei Markierungen in der Mitte der Bretter. Diese müssen bei einem Meter angebracht werden mit erneut 3 cm Randabstand.

Bretter „Kurze Seite“ Anzeichnen: Nun kommen die verbleibenden zehn Bretter an die Reihe. Hier zeichnet Ihr pro Seite in einem Randabstand von ca. 7,5 cm Eure Bohrmarkierungen an. Die Abstände von oben und unten solltet Ihr so machen wie bei den ersten zehn Brettern (3 cm). Damit alles einheitlich aussieht.

Bretter Vorbohren

3. Bretter Vorbohren

Nehmt nun den Akku-Schrauber und spannt den 4rer Bohrer ein. Bohrt nun gerade in die zuvor angezeichneten Markierungen. Dies erleichtert Euch später das Versenken der Schrauben. Nachdem wir alle Bretter vorgebohrt hatten, haben wir unseren (Holz) Senkbohrer in den Akkuschrauber gespannt und alle Bohrlöcher konisch angefräst (siehe Fotos).

Der Vorteil des Anfräsens ist, dass die Schrauben nachher bündig mit der Holzoberfläche abschließen und das das Holz nicht so schnell Risse bekommt. Sieht besser aus, muss aber nicht sein.

Erste Elemente Teilmontieren

4. Erste Elemente Teilmontieren

Jetzt schnappt Ihr Euch die Vierkantpfosten und legt sie in einem Abstand von jeweils einem Meter, flach auf einen ebenen Untergrund. Nehmt einen Zollstock und zieht im Abstand von 1 cm am Fuß der Pfosten eine Linie. Der eine Zentimeter soll als Abstand bzw. Tropfkante zum Erdreich dienen und sorgt für eine bessere Belüftung des Hochbeets. Wenn Holz und Erde permanenter Feuchtigkeit ausgesetzt sind, kann es zu Schimmelbildung kommen. Diese Gefahr wird durch einen kleinen Abstand zum Boden verringert (Tropfkante).

Legt jetzt entlang der soeben gemachten Markierungen das erste Brett auf die Pfosten und vermittelt die Pfosten so, bis die Brettkanten links und rechts bündig mit den Kanten der Pfosten abschließen. Schraubt nun das erste Brett mit sechs 0,5 x 6,0 Schrauben an die drei Balken. Achtet darauf, dass der mittlere Pfosten mittig sitzt und das unten 1 cm Luft ist (Tropfkante).

Wiederholt diesen Ablauf auch mit dem zweiten „langen“ Element. Um sicherzustellen, dass Ihr auch rechte Winkel habt, solltet Ihr nach Möglichkeit ein Winkeleisen und eine Wasserwaage zur Hilfe nehmen. Es macht Sinn, mit den beiden „Langen Seiten“ zu beginnen und die „Kurzen Seiten“ dazwischen zu setzen (siehe Zeichnung). Bringt jeweils nur ein Brett an, da Ihr das komplette Element später vermutlich noch zur finalen Stellfläche tragen müsst.

Aufstellen und Ausrichten

5. Aufstellen und Ausrichten

Nachdem Ihr die beiden langen und kurzen Elemente in Waage zusammen geschraubt habt, müsst Ihr die zukünftige Stellfläche ebnen. Das Hochbeet sollte möglichst in Waage stehen. Sobald Ihr dies getan habt, könnt Ihr zwischen zwei Aufstellvarianten wählen. Auf Mähkantensteine stellen oder H-Anker in den Boden einschrauben oder betonieren. Wir haben uns bei unseren Hochbeeten für die Mähkantensteine entschieden. Beide Varianten müssen auf gleicher Höhe liegen und in Waage sein. Tragt nun das große Element zu zweit auf die Stellfläche und richtet es aus. Bei der Variante mit den Randsteinen solltet Ihr den Einsatz von Lochband oder Brettern von Mittelpfosten zu Mittelpfosten in Erwägung ziehen (siehe Update 12.11.2018 unten).

Auskleiden

6. Bretter anbringen

Anschließend könnt Ihr die verbliebenen 16 Bretter mit Eurem Akkuschrauber anbringen. Beim Kauf der Balken und Bretter solltet Ihr darauf achten, dass diese möglichst gerade sind. Am einfachsten legt man sie im Baumarkt auf den gepflasterten Boden und guckt, ob das Material gebogen ist. Wir haben dies bei einigen Brettern leider versäumt. Da Holz ein Naturprodukt ist, ist es nie völlig gerade. Dadurch können sich beim Zusammenbauen kleinere "Spaltmaße" ergeben. Finden wir aber nicht weiter schlimm. Wer möchte, kann im Anschluß sein Hochbeet noch Streichen. Wir haben bei uns lediglich die Schnittkanten der Balken mit einer Schutzimprägnierung versehen.

Auskleiden

7. Auskleiden

Jetzt könnt Ihr mit dem Zuschneiden des Anti-Unkrautvlies beginnen. Legt am Boden des Hochbeets zwei Bahnen Vlies aus und lasst es sich mindestens 30 cm überlappen. An allen vier Seiten müsst Ihr das Vlies gut 20 cm an den Holzwänden hochziehen und mit Dachpappennägeln fixieren. Achtet darauf, dass das Vlies unten und in den Ecken genug Luft hat und nicht zu straff sitzt, da sonst das Gewicht der Erde zum Reißen führen kann. Fixiert nun auch das Vlies an der Überlappung mit 5 Erdnägeln.

Auskleiden und fixieren

Schneidet mithilfe einer Schere oder Cutters, die 8 Meter Noppenplane auf eine Breite von 60 cm zurecht und rollt diese anschließend entlang der Innenseiten des Hochbeets hochkant aus. Wir haben die Plane so angebracht, dass die Noppen zu den Brettern zeigen. Dadurch wird eine Belüftung zwischen Plane und Holz gewährleistet, was die Lebenserwartung des Holzes begünstigt.

Achtet beim Fixieren der Noppenplane darauf, dass das Anti-Unkrautvlies zwischen Plane und Holz liegen muss. Fixiert in gleichmäßigen Abständen Plane und Vlies. Fertig.

Wie befülle ich ein Hochbeet richtig?

Es gibt mehrere Varianten ein Hochbeet zu befüllen. Wir haben uns für das 5-Schicht-System entschieden. Die einzelnen Schichten erläutern wir Euch von unten nach oben:

  • Fünfte Schicht:
    Feinkompost/Muttererde ist die wichtigste Schicht. Sie sollte frei von Unkrautsamen und Schadstoffen sein.
  • Vierte Schicht:
    Rohkompost ist reich an Nährstoffen und ermöglicht ein schnelles Pflanzenwachstum. Hier können Sie Ihre anfallenden Grünabfälle loswerden.
  • Dritte Schicht:
    Laub- und Grünabfälle gehören auch in ein Hochbeet. Diese sollten allerdings nicht allzu nass sein, da sich sonst Schimmel bilden kann.
  • Zweite Schicht:
    Abgestochene Grassoden können Sie als zweite Schicht in Ihrem Hochbeet „entsorgen“. Achten Sie darauf, dass Sie die Grassoden verkehrt herum hineinlegen.
  • Erste Schicht:
    Äste, Zweige, Häckselgut gehören ganz nach unten in einem Hochbeet. Diese verrotten langsam und ermöglichen eine gute Belüftung. Dadurch werden Staunässe und ggf. Schimmel minimiert.

Wir hoffen, dass Euch unsere Hochbeet-Bauanleitung gefallen hat. Die Materialliste lässt sich Problemlos auch auf kleinere Hochbeete anpassen. Der Aufbau ist stets derselbe. Wir werden in den nächsten Wochen die Beete komplett befüllen und Euch mit Bildern auf dem Laufenden halten. Im nächsten Jahr geht es dann mit dem Anpflanzen los. Ihr dürft gespannt sein.


Viele Grüße und gutes Gelingen wünscht Euch
das Team von mein-haushaltsexperte.de

Update: 12.11.2018

Hallo liebe Hochbeet-Freunde, vor knapp zwei Monaten haben wir unsere beiden großen Hochbeete gebaut und mithilfe eines kleinen Radladers befüllt. Zeit, Euch ein kleines Update zu geben.

In der genannten Zeitspanne gab es gelegentlich Regen, der die Erde zusammensacken ließ und zwangsläufig den Druck von innen auf die Konstruktion erhöhte. Dies äußerte sich durch eine geringe Verschiebung der mittleren Pfosten nach außen. Wir sprechen hier von ca. 1 cm. Das ist zwar nicht viel, aber eine leichte Wölbung ist dennoch zu sehen.

Der Hauptgrund dafür liegt an dem freien Aufstellen der Beete auf den Randsteinen. Dies ermöglicht den Pfosten einen kleinen Bewegungsspielraum. Wenn man die Pfosten stattdessen mit H-Ankern fixiert und einbetoniert, dürfte das "Problem" behoben sein.

Da ein nachträgliches einbetonieren nur mit großem Aufwand möglich ist, haben wir eine andere Stabilisierungsvariante gewählt. Das Lochband. Und zwar haben wir uns online eine 10 m lange Edelstahl-Lochbandrolle bestellt und in unsere Hochbeete integriert. Um das Lochband anbringen zu können, haben wir die Hochbeete überkreuz von Mittelpfosten zu Mittelpfosten aufgebuddelt, das Lochband straff auf jeweils knapp 2 m zugeschnitten und in einer Tiefe von 28 - 30 cm zwischen den Pfosten gespannt und angeschraubt (siehe Bild). Durch die Anbringung des Lochbandes wird eine weitere Wölbung verhindert.

Sicherlich handelt es sich hier um eine rein kosmetische Korrektur. Aber wen eine leichte Wölbung stört, sollte noch vor dem Befüllen seines Hochbeets entweder Lochbänder oder Querstreben aus Holz zwischen den mittleren Pfosten anbringen.

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